Sympatheia (griechisch: συμπάθεια, „Mitempfinden") ist ein zentraler Begriff der stoischen Philosophie. Er bezeichnet die Vorstellung, dass der gesamte Kosmos ein zusammenhängendes, lebendiges Ganzes bildet, dessen Teile aufeinander einwirken und miteinander schwingen.
Für die Stoiker — etwa Chrysipp, Poseidonios und später Mark Aurel — war Sympatheia nicht emotional, sondern ontologisch gemeint: Alles, was existiert, steht in wechselseitiger Beziehung. Eine Veränderung an einem Punkt wirkt auf das Ganze. Der Mensch ist darin kein Beobachter von außen, sondern Teil eines durchgehenden Gewebes.
Der Begriff wirkt bis in die Moderne nach — in der Naturphilosophie, im ökologischen Denken und in Konzepten von Verbundenheit, die über das rein Zwischenmenschliche hinausgehen.