Als Begriff ist Posthumanismus weiter als Transhumanismus: Er umfasst sowohl techno-optimistische Visionen einer verbesserten Spezies (Transhumanismus) als auch kritische Theorien, die den humanistischen Sonderstatus des Menschen grundsätzlich befragen — etwa aus feministischer, ökologischer oder postkolonialer Perspektive.
In seiner affirmativ-transhumanistischen Variante beschreibt Posthumanismus den Zielzustand jenseits des biologisch determinierten Menschen: kognitiv erweitert, körperlich optimiert oder digital fortlebend. Nick Bostrom versteht den Transhumanen als Übergangsstadium auf dem Weg zum Posthumanen — einem Wesen mit so grundlegend veränderten Fähigkeiten, dass es nach heutigen Maßstäben nicht mehr als Mensch zu bezeichnen wäre.
Kritische Posthumanisten (Donna Haraway, Rosi Braidotti) wenden die Perspektive um: Nicht Verbesserung, sondern Dekonstruktion der Ausnahmestellung des Menschen ist ihr Anliegen. Sie betonen Verflechtung, Hybridität und die Relativierung menschlicher Grenzen — ohne das Silicon-Valley-Erlösungsversprechen zu teilen.