Der Leib ist nicht bloß biologische Trägermasse. Er ist der Ort, von dem aus Welt erscheint: Nähe, Schmerz, Berührung, Müdigkeit, Orientierung und Angst sind keine abstrakten Daten, sondern leibliche Erfahrungen.
Damit widerspricht die Phänomenologie des Leibes der alten Trennung von Geist und Körper. Bewusstsein schwebt nicht über dem Organismus, sondern vollzieht sich durch ihn.
Für die Kritik digitaler Unsterblichkeitsfantasien ist das entscheidend. Ein entkörpertes Bewusstsein wäre nicht einfach derselbe Mensch ohne Fleisch, sondern ein radikal anderes Verhältnis zur Welt.