Der Körper ist nicht bloß Träger des Menschen, sondern die Weise, in der ein Mensch überhaupt in der Welt ist. Durch ihn wird Welt gespürt, betreten, beantwortet und verstanden. Wahrnehmung, Stimmung, Denken, Erinnerung und Bewusstsein sind nicht vom Körper getrennt, sondern in ihn eingebettet.
Der Körper ist mehr als ein biologischer Apparat. Er ist Ort von Empfindung, Spannung, Müdigkeit, Lust, Schmerz, Angst, Kraft, Nähe und Orientierung. Bevor ein Mensch etwas begrifflich versteht, hat der Körper oft schon reagiert: Er öffnet sich, zieht sich zurück, wird wach, eng, schwer, ruhig oder unruhig.
Im Kontext dieses Journals ist der Körper eine Grundbedingung von Resonanz. Welt erreicht den Menschen nicht nur über Gedanken, sondern über Haut, Atem, Blick, Haltung, Rhythmus, Stimme, Bewegung und Nervensystem. Resonanz ist deshalb nie rein geistig. Sie geschieht leiblich, auch wenn sie später sprachlich gedeutet wird.
Beschleunigung, Rauschen und Medienüberflutung schwächen den Körperbezug, weil sie Aufmerksamkeit vom leiblichen Erleben abziehen. Der Mensch funktioniert dann weiter, aber spürt sich weniger. Er wird Kopf, Rolle, Profil, Leistung oder Reaktion — und verliert leichter den Kontakt zu dem, was ihn trägt.
Der Körper ist damit kein Gegensatz zum Bewusstsein, sondern dessen Boden. Wer den Körper übergeht, verliert nicht nur Empfindung, sondern auch Maß, Gegenwart und Antwortfähigkeit.