Biophilie meint nicht sentimentale Naturromantik. Sie beschreibt eine Grundhaltung, die Leben nicht zuerst kontrollieren, sondern verstehen, schützen und begleiten will.
Das Lebendige ist nie vollständig verfügbar. Es wächst, altert, widersetzt sich, verbindet sich und stirbt. Biophilie akzeptiert diese Offenheit nicht als Schwäche, sondern als Würde des Lebens.
Gegen technokratische Kontrollfantasien setzt Biophilie eine andere Ethik: Nicht alles Wertvolle muss optimiert werden. Manches muss bewahrt, gepflegt und in Ruhe gelassen werden.