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Begriff

Reduktionismus (methodischer)

Methodischer Reduktionismus beschreibt die Zerlegung komplexer Wirklichkeit in isolierte Einzelteile. Problematisch wird er, wenn diese Methode zur Weltanschauung wird.

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Reduktionismus ist als Werkzeug mächtig: Er macht Dinge messbar, zerlegbar und technisch bearbeitbar. Ohne ihn gäbe es keine moderne Medizin, keine Ingenieurskunst und keine exakte Naturwissenschaft.

Sein Fehler beginnt dort, wo das Zerlegen mit dem Verstehen verwechselt wird. Ein lebendiger Organismus, ein Bewusstsein oder eine Gesellschaft ist nicht einfach die Summe seiner Bestandteile, sondern ein Geflecht aus Beziehungen, Rückkopplungen und Bedeutungen.

In seiner ideologischen Form verengt Reduktionismus den Blick auf das, was berechenbar ist. Alles andere wirkt dann wie Störung: Leib, Gefühl, Geschichte, Kultur, Tod, Ambivalenz.