Medienüberflutung bezeichnet den Zustand, in dem Menschen dauerhaft mehr Bilder, Nachrichten, Meinungen, Reize und Informationen aufnehmen, als sie sinnvoll verarbeiten können. Sie entsteht nicht nur durch die Menge an Medien, sondern durch ihre Geschwindigkeit, Gleichzeitigkeit und ständige Verfügbarkeit.
In der Medienüberflutung wird Aufmerksamkeit fragmentiert. Ein Eindruck folgt auf den nächsten, ohne dass genug Zeit bleibt, ihn zu prüfen, einzuordnen oder nachhallen zu lassen. Dadurch entsteht Rauschen: vieles erscheint wichtig, aber wenig wird wirklich verstanden.
Medienüberflutung verändert nicht nur, was ein Mensch weiß, sondern wie er Welt erfährt. Die Wirklichkeit wird zunehmend vermittelt, beschleunigt, kommentiert und bewertet, bevor sie überhaupt selbst erlebt werden kann. Der Mensch reagiert dann auf Signale, Trends, Empörung, Bilder und Meinungen, aber verliert leichter den Kontakt zur eigenen Wahrnehmung.
Sie kann Betäubung erzeugen, obwohl sie ständig stimuliert. Gerade weil so viel geschieht, wird weniger wirklich gespürt. Gefühle werden kurz ausgelöst, aber selten vertieft. Gedanken werden angestoßen, aber oft nicht zu Ende geführt. Resonanz wird dadurch nicht unmöglich, aber überdeckt.
Medienüberflutung ist deshalb ein zentraler Begriff für die Gegenwart. Sie beschreibt eine Welt, in der nicht der Mangel an Information das Problem ist, sondern der Verlust von Maß, Tiefe und innerer Verarbeitung.