Zum Inhalt springen
Begriff

Dissonanz

Dissonanz ist eine spürbare Spannung zwischen Wahrnehmung, Erwartung und Wirklichkeit, die stören, klären oder Veränderung auslösen kann.

Reibung Spannung Irritation Widerspruch

Dissonanz bezeichnet einen Zustand von Spannung, Reibung oder Nicht-Übereinstimmung. Etwas passt nicht zusammen: Wahrnehmung und Erwartung, Gefühl und Gedanke, Körper und Handlung, Mensch und Umgebung, Selbstbild und Wirklichkeit.

Dissonanz ist nicht einfach negativ. Sie kann unangenehm, störend oder schmerzhaft sein, aber auch klärend wirken. Wo Resonanz eine stimmige Antwortbeziehung beschreibt, zeigt Dissonanz, dass etwas nicht aufgeht. Sie macht Brüche sichtbar, die im Alltag oft überdeckt werden.

Im Zustand der Dissonanz wird Welt nicht als selbstverständlich erfahren. Etwas irritiert, widerspricht oder verweigert sich. Diese Störung kann abgewehrt werden, etwa durch Betäubung, Zynismus oder Flucht. Sie kann aber auch bewusst ausgehalten werden und dadurch zu Erkenntnis, Veränderung oder neuer Resonanz führen.

Dissonanz ist deshalb nicht das Gegenteil von Resonanz, sondern oft ihre Voraussetzung. Nur wer Reibung wahrnimmt, kann unterscheiden, was wirklich stimmt, trägt oder antwortet. Eine Welt ohne Dissonanz wäre nicht lebendig, sondern glatt.