Die conditio humana benennt das, wovor technische Erlösungsfantasien am liebsten fliehen: dass der Mensch geboren wird, leidet, liebt, altert und stirbt.
Gerade diese Grenzen machen menschliches Leben verbindlich. Weil Zeit begrenzt ist, bekommen Entscheidungen Gewicht. Weil Körper verletzlich sind, entsteht Fürsorge. Weil Menschen sterblich sind, wird Erinnerung bedeutsam.
Wer die conditio humana abschaffen will, riskiert, auch das Menschliche selbst zu verlieren. Nicht jede Grenze ist ein Gefängnis; manche Grenzen sind die Form, in der Sinn überhaupt entstehen kann.